Die perfekte Vorbereitung Teil 1 – Die richtige Songauswahl

Täglich hörst du die Songs deiner Lieblingskünstler im Radio und nun möchtest auch du ein eigenes Lied aufnehmen? Ob Cover oder selbst geschrieben – die Songauswahl ist extrem wichtig. In diesem Artikel erfährst du, wie du den für dich passenden Song findest.

Zeit ist Geld…dieses Motto trifft in vielen Tonstudios durchaus zu. Studiozeit wird häufig im Stundentakt abgerechnet oder ist von vornherein begrenzt. Besonders, wenn zum Beispiel ein Paket gebucht wurde, welches das Einsingen eines Songs zu einem Instrumental-Playback beinhaltet. Dort heißt es „…insgesamt hast du nun eine Stunde für die Aufnahme und die zweite Stunde benötige ich (der Toningenieur) für das Mixen und Mastern.“ Damit die Zeit also effektiv genutzt werden kann, ist eine gute Vorbereitung auf die Studiosession das A und O. Eine schlecht geplante Studio-Session bringt letztendlich nur Frust und führt zu einer nicht zufriedenstellenden Aufnahme. Zunächst musst du also überlegen, welches Lied du überhaupt aufnehmen möchtest…

Finde deinen Song

Den für dich passenden Song zu finden ist nicht weniger wichtig, als ein gewisses stimmliches Talent mitzubringen. Zunächst solltest du dich fragen, wofür du eine Aufnahme haben möchtest. Möchtest du einer lieben Person ein Geschenk machen und für sie oder ihn ein Lied aufnehmen? Dann solltest du überlegen, welches Lied gut zum bevorstehenden Anlass passt und was diese Person generell gerne hört. Ältere Leute, z.B. Großeltern, freuen sich meist besonders über deutschsprachige Lieder, da sie oftmals Schwierigkeiten haben, englische Texte zu verstehen.

Oder möchtest du einen Song aufnehmen, um auch einmal eine eigene CD in den Händen zu halten, bzw. um diesen auf deinen MP3 Player zu laden? In diesem Fall ist es wohl sinnvoll deinen Lieblingssong aufzunehmen, den du dir dann auch immer wieder gerne selbst anhörst.

Oder es ist dein Ziel eine Art „Demo-Song“ aufzunehmen, mit welchem du dich vielleicht bei Castings, Wettbewerben, Veranstaltern oder Labels bewerben möchtest? Dann sind verschiedene Faktoren ausschlaggebend… 1. Musikstil: Welcher Musikstil gefällt mir, passt eigentlich zu mir oder ist für meine Bewerbung geeignet? Wenn du z.B. im Soul-Bereich Fuß fassen möchtest, auf deinem Demo jedoch ein Alanis Morissette-Cover zu hören ist, kann der Zuhörer sich gar kein Bild davon machen, ob du auch für Soul-Gesang geeignet bist. Auch ein Rap-Demo wird ein Wedding-Planner, der dich für die nächste Hochzeit buchen soll, wohl eher ablehnen. 2. Anspruch: Bei deiner Songwahl ist es wichtig, dass du mit dem Lied zeigen kannst, was in dir steckt. Das bedeutet nicht, dass du jede Note, die du treffen kannst, in diesem Song unterbringen sollst, aber du solltest schon einen Song wählen, der dein Talent unterstreicht und deine Stärken betont. 3. Songwriting: Verfügst du zusätzlich zum Stimmvolumen auch noch über die Fähigkeit Songs zu schreiben, so besteht natürlich auch noch die Möglichkeit, einen deiner eigenen Songs aufzunehmen. Für eine Bewerbung bei einem Label ist dies sicherlich ein riesiger Vorteil. Bewirbst du dich für Auftritte auf Hochzeiten, so ist ein Cover-Song sinnvoller, da es ja um deine Stimme geht. Diese können die Leute besser erkennen, wenn sie sich nicht noch zusätzlich in den Song „hineindenken“ müssen.

Schwieriger Song = guter Song? Nein!

Ein weiterer wichtiger Punkt für die Songauswahl, egal zu welchem Zweck die Aufnahme stattfinden soll, sind die stimmlichen Voraussetzungen. Versuche dich so realistisch wie möglich einzuschätzen. Du kannst durchaus eine sehr gute Sängerin sein, auch wenn manche Songs, zum Beispiel von Christina Aguilera oder Leona Lewis, zu schwierig für dich sind. Selbst für viele erfolgreiche Stars sind diese Lieder zu anspruchsvoll. Besser ist es einen leichteren Song zu wählen, der vielleicht etwas leichter ist und diesen einfach etwas anspruchsvoller zu singen, als andersherum.

Versuche also deine Stärken zu analysieren. Am einfachsten ist das, wenn du dir ein paar Songs von unterschiedlichen Künstlern aussuchst und diese versuchst mitzusingen. Triffst du in 90% der Fälle die oberen Töne nicht, so solltest du versuchen Sänger / Sängerinnen zu finden, die in etwas tieferen Tonlagen singen oder umgekehrt. Eine gute Idee ist auch, als Mann einen Frauensong oder als Frau einen Männersong zu singen. Dadurch verleiht man einem Song seine ganz persönliche Note und Vergleiche mit den Original-Künstlern entfallen. Schöne Beispiele dafür sind zum Beispiel die Leona Lewis Version von „Run“ (im Original von Snow Patrol) oder das Boyce Avenue Cover von „Realize“ (im Original von Colbie Caillat).

I got a feeling, that this song’s gonna be a good song

Um einen Song bestmöglich zu singen ist nicht nur Technik und Talent ausschlaggebend – das Gefühl spielt eine ebenso große Rolle! Um Gefühle durch die Musik zu transportieren ist eine Identifikation mit dem Thema wichtig. Es geht nicht darum, ob man selbst genau die im Song beschriebene Situation erlebt hat und deshalb das Gefühl wiedererkennt. Vielmehr geht es um die Frage, ob man sich in die beschriebene Situation hineinversetzen kann und diese den Zuhörern mit dem eigenen Gesang nahe bringen kann. Schafft man es das Publikum zu berühren, so verzeiht dieses auch gerne den ein oder anderen nicht ganz perfekten Ton.

A cappella oder mit Begleitung?

Wenn du eine Vorauswahl an passenden Songs getroffen hast steht nun die Entscheidung an, wie du auf der Aufnahme begleitet werden möchtest. Dazu gibt es drei Möglichkeiten – du singst…

1. …zu einer Karaoke-Version / einem Instrumental-Playback
2. …mit einer Band ODER
3. …a cappella.

A cappella-Gesang kann sehr schön sein – ist aber doch eher geeignet, wenn du in einem Ensemble singst. Für eine Studio-Aufnahme bieten sich die Varianten eins oder zwei an. Möchtest du einen selbst geschriebenen Song singen, so benötigst du natürlich ein eigenes Playback. Dieses muss jedoch nicht aufwändig produziert sein – es geht ja um deine Stimme. Vielleicht spielst du ja selbst ein Instrument oder kennst jemanden, der zum Beispiel Gitarre oder Keyboard spielt und der Freude daran hätte, dich zu begleiten. Die Begleitung sollte möglichst eine Weile vor dem Studiotermin aufgenommen werden, damit du bereits vorher mit dem Playback üben kannst und dich an Tempo und Akkordwechsel gewöhnen kannst. Planst du einen Cover-Song aufzunehmen, so ist es meist recht leicht, an eine hochwertige Karaoke-Version zu gelangen. Im Internet gibt es einige Anbieter, die einzelne Karaoke-Versionen gegen geringen Aufpreis zum Kauf / Download zur Verfügung stellen, z.B. „Karaoke Version“.