Sänger oder Sängerin werden – was bedeutet das eigentlich?

Singen gehört für viele Menschen zum Alltag – sei es unter der Dusche, im Kinderzimmer oder im Auto. Doch was, wenn der Alltag aus Singen bestehen soll – man also die Leidenschaft zum Beruf machen möchte? Gesangskarriere.com stellt die verschiedenen Berufe für Sängerinnen und Sänger vor.

Welche Berufe gibt es für Sängerinnen und Sänger?

Wahrscheinlich wirst  du bereits wissen, welchen Sparte der Musik dir liegt, wenn es um das Singen geht. Ist es eher die klassische Musik, die Opernmusik, Musicals oder vielleicht die Popmusik? In allen Gebieten gibt es den Hobby-Bereich sowie den Profi-Bereich. Strebst du es an professionell Musik zu machen, solltest du dich erst einmal auf eine Richtung festlegen. Bei der Wahl deines Berufs spielt auch noch, ob du lieber als Sängerin oder Sänger auf der Bühne stehst oder im Hintergrund bleiben möchtest, eine wichtige Rolle.

1. Option: Im Rampenlicht stehen

Opernsänger/ Opernsängerin
Wie der Name schon sagt, treten diese Sänger/innen meist in Opernhäusern auf. Die erste Oper entstand um 1597 in Italien und ist Teil der Gattung des Musiktheaters, unter welchem man auch Operetten, Singspiele und Musicals zusammenfasst. Ausschlaggebend ist unter anderem, dass die Musik mit einer Handlung verbunden wird.

Die Ausbildung zum/zur Opernsänger/in in Form eines Studiums ist an Musikhochschulen möglich. Der Unterrichtet umfasst zahlreiche Fächer, wie zum Beispiel Gesang, Tonsatz, Klavier, Korrepetition, Szenischer Unterricht, Gehörbildung, Instrumentenkunde, Formenlehre, Musikgeschichte, Sprecherziehung, Italienisch, Bewegungserziehung oder Chor. Ohne ein Studium, welches übrigens auch ohne Abitur möglich ist, ist es in diesem Genre sehr schwer, feste Engagements zu erhalten.

Musicalsänger/ Musicalsängerin
Musicaldarsteller sind auf verschiedenen Arten von Bühnen zu Hause. Zum einen gibt es die Locations, die einem ganz bestimmten Musical zur Verfügung stehen, wie zum Beispiel die „Neue Flora“ in Hamburg. Dort läuft seit 2008 das Disney Musical TARZAN fest. Diese Produktionen finden oft über Jahre hinweg am selben Ort statt und haben dementsprechend auch ein sehr aufwendiges Bühnenbild. Des Weiteren gibt es Musicals, die beispielsweise in Opernhäuser, in Form von Gastspielen stattfinden. Diese verweilen eher kürzer in einer Stadt. Die dritte Variante sind die Musical-Touren, wie zum Beispiel die Reihe „Best of Musicals“.

Musicaldarsteller sind Allrounder, die singen, tanzen und schauspielern können müssen. Daher wird während der Ausbildung viel Wert auf ein ausgeglichenes Training in den Fächern Singen, Tanz und Schauspielerei (natürlich neben weiteren Fächern) gelegt. Die Ausbildung zum/zur Musicalsänger/in wird von privaten Akademien und staatlichen Hochschulen angeboten. Möchte man in diesem Bereich arbeiten, so sollte man viel Leidenschaft für die Musik mitbringen. Außerdem ist eine große Willensstärke und Disziplin wichtig, denn die meist 3-jährige Ausbildung sowie auch der spätere Job sind hart.  Ausdauer, Belastbarkeit und die Fähigkeit mit Leistungsdruck umgehen zu können ist essenziell, ebenso wie eine ausgeprägte Beweglichkeit. Um diese zu erhalten und zu fördern trainieren die Musicalstudenten fast täglich. Man sollte auch keine Berührungsangst haben, denn in Tanz- und Schauspiel-Übungen ist Körperkontakt nicht zu umgehen. 

Musicaldarsteller arbeiten häufig auf selbstständiger Basis und haben Engagements als Chorsänger/in, Ensemble-Tänzer/in oder als Solo-Künstler. Ohne professionelle Ausbildung wird es jedoch auch in diesem Bereich schwierig einen Job zu finden, aber als Naturtalent hat man bei offenen Castings durchaus Chancen. Klappt es allerdings nicht gleich mit der Hauptrolle so sollte ein Musicaldarsteller seine Teamfähigkeit unter Beweis stellen. Schließlich sind die Ensembles über Monate, wenn nicht sogar Jahre zusammen – und das täglich bei ein bis zwei Vorstellungen. Eine Identifikation mit der eigenen Rolle ist also Voraussetzung, um die Freude am häufigen Auftreten nicht zu verlieren. Zwischendurch finden Musicaldarsteller jedoch auch Abwechslung, beispielsweise bei Studioaufnahmen für CDs oder Fernsehshows.

Popsänger /Popsängerin
Popsänger oder Popsängerin zu werden ist sicherlich der am wenigsten planbare Weg. Hier spielt neben Stimmtalent, Bühnenpräsenz und Erscheinungsbild vor allem das Glück eine riesige Rolle. Außerdem ist jede Menge Durchhaltevermögen gefragt. Popsängerinnen und Sänger findet man bei Events, in Coverbands, auf Festivals und natürlich auf den großen „Brettern“ dieser Welt. Eine Gesangsausbildung, sei sie klassisch oder auf Pop ausgerichtet, ist auch in diesem Bereich unabdingbar, um der Stimme keinen Schaden zuzufügen und sie bestmöglich auszubilden.

Eine gute Grundlage bietet auch das noch recht neue Studium Popular Music. Als Schwerpunkt kann hier das Fach Gesang gewählt werden und zusätzlich wird ein Instrument erlernt. Außerdem belegt man als Student der Popmusik Fächer, wie zum Beispiel Komposition, Arrangement, Songwriting, Studioproduktion, Musiktheorie, Musikwissenschaften, Medienwissenschaft und/oder Medienmanagement.

Klassischer Sänger/ Sängerin
Klassische Sänger und Sängerinnen sind vorwiegend in klassischen Konzerten anzutreffen. Dort singen sie, meist begleitet von Orchestern, ältere Stücke aus der Zeit vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert, z.B. von Beethoven, Schubert, Mozart oder Vivaldi. Aufgrund ihrer umfangreichen Ausbildung sind sie zusätzlich in der Lage, anspruchsvollen Gesangsunterricht zu geben.

2. Option: Im Background bleiben, aber ein wichtiger Teil der Show sein

Backgroundsänger/ Backgroundsängerin
Viele Sänger benötigen für ihre Auftritte Backgroundsänger/innen. Wer jetzt denkt, dass Frontsänger mehr leisten oder können müssen, liegt falsch. Gerade im Hintergrund wird Stimmvolumen und perfekte Intonation erwartet. Schließlich sind sie es, die eine zweite oder dritte Stimme halten müssen und sich nicht durch ad libs des Hauptsängers aus der Fassung bringen lassen dürfen.

Chorsänger/ Chorsängerin
Wer gerne singt, sehr gut singt und sich vor allem in Gruppen wohler fühlt als allein auf der Bühne, der ist in einem Chor richtig aufgehoben. Es gibt viele verschiedene professionelle Chöre aller Musikrichtungen. Die gängigste Sparte für Berufsmusiker ist wohl der klassische Opernchor. Auch hier werden eine professionelle Gesangsausbildung und viel Erfahrung vorausgesetzt.

3. Option: Hinter den Kulissen verweilen

Studiosänger/ Studiosängerin
Studiosänger und Sängerinnen werden für viele verschiedene Produktionen gesucht: Sie singen Radiojingles, Demo-CDs für Musikproduzenten, Kinderlieder, Werbespots, Background-Vocals für andere Musiker, Karaoke-Demos oder Alben, bei denen nicht der Interpret sondern der Song im Vordergrund steht (z.B.  ein Musical Album) ein.