Offline-Selbstmarketing – Pressemappen, Visitenkarten & Co.

Offline-Arbeit im Bereich Selbstmarketing ist wirklich ein Klassiker und existiert seit vielen Jahren, im Gegensatz zum verhältnismäßig jungen Online-Sektor. Zum Offline-Selbstmarketing gehört zum Beispiel PR-Arbeit oder auch Promotion-Aktivitäten. Hier erfährst du, welche Möglichkeiten bestehen, durch Kleinigkeiten bekannter zu werden.

PR-Arbeit…so versendest du deine Pressemitteilung

Zunächst solltest du dir eine Pressemappe zusammenstellen die, wie im Online-Bereich, auch aus Informationen zu deiner Person, Fotos und Kontaktdaten besteht. Zusätzlich musst du ein Anschreiben formulieren und eine aktuelle Pressemitteilung über eine deiner Aktivitäten schreiben. Diese Pressemitteilung ist der eigentliche Aufhänger deiner Aussendung. Dann stellst du dir einen gut recherchierten Verteiler zusammen aus lokaler Presse und Musik-Zeitschriften und versendest deine Mappen an die passenden Empfänger. Hat eine Zeitschrift schon mehrfach über dich berichtet ist es auch nicht nötig, jedes Mal  eine vollständige Pressemappe beizulegen. Aktuelle Nachrichten können auch zusammen mit einem Anschreiben in einem kleinen Umschlag versendet werden.

Achte darauf, dass deine Pressemitteilung an die richtige Zeitung oder Zeitschrift geht. Du solltest keine CD zum Review an Zeitschriften schicken, die gar keine Rubrik für CD-Kritiken haben. So sind die Redakteure nur genervt und schauen sich deine Unterlagen beim nächsten Mal vielleicht schon nicht mehr an. Auch hier ist es absolut unabdingbar, dass deine Pressemappe fehlerfrei und interessant formuliert ist. Das telefonische Nachhaken solltest du nur äußerst selten in Anspruch nehmen, da viele Journalisten an chronischem Zeitmangel leiden und sich durch so einen Anruf nur genervt und unter Druck gesetzt fühlen. Besser vielleicht in wichtigen Fällen per Email nachhaken – so kann der Redakteur selbst entscheiden, wann er die Anfrage beantwortet und wird gleichzeitig an deine spannende Mitteilung erinnert.

Die Visitenkarte als ständiger Begleiter

Zu deinem Selbstmarketing gehört auch, dass du jederzeit gut vorbereitet bist, wenn du neue Leute kennenlernst. Das Gespräch kommt sehr schnell auf die Frage „Und was machst du so?“ – eine perfekte Gelegenheit unaufdringlich von deinem künstlerischen Projekt zu erzählen. Es kann gut sein, dass dein Gegenüber dann antwortet, dass er oder sie gehört hat, dass in der Nachbarschaft oder im Segelflugverein zufällig noch ein Showact für die nächste Party gesucht wird. Du hast natürlich spontan deine Visitenkarte und eine Demo-CD von deinem Können dabei und somit den nächsten Auftrag schon fast in der Tasche.

Poster vor Auftritten lokal aushängen

Natürlich ist es dein Ziel, dass die Fans Schlange stehen, um Tickets für dein nächstes Konzert zu ergattern. Doch jeder hat einmal klein angefangen und musste bangen, dass der Veranstaltungsraum überhaupt ansatzweise gefüllt ist, damit es keine Blamage wird. Deshalb sei dir nicht zu fein dafür, deine Konzert-Poster in der Bäckerei um die Ecke oder am Schwarzen Brett des Supermarkts auszuhängen. Wenn die Leute nicht wissen, dass du auftrittst, können sie sich auch keine Karten kaufen.

Nicht bekannt genug für Autogrammkarten? Doch!

Bist du schon einmal auf einem Stadtfest aufgetreten? Nein? Sonst wüsstest du wahrscheinlich auch, dass nach so einem Auftritt häufig Kinder oder Jugendliche auf einen zukommen und nach einem Autogramm fragen. Hast du dann nichts dabei, worauf du unterschreiben kannst, wirst du dich ärgern. Es ist immer sinnvoll Flyer (am besten im Format Din A 6 oder Din A 7) dabei zu haben, auf denen deine Email-, Homepage- und Facebook-Adresse vermerkt sind. So hinterlässt du nicht nur einen guten Eindruck durch eine schöne Performance, sondern arbeitest nachhaltig an deiner Karriere, indem die Leute sich auch später noch über dich informieren können. Und selbst wenn niemand nach einem Autogramm fragen sollte, kannst du nach deinem Gig ein paar Flyer verteilen und dazu sagen, dass du dich über einen Besuch deiner Homepage sehr freuen würdest. Oder du legst einfach ein paar Flyer am Bühnenrand aus.

Die Demo-CD – immer in der Handtasche oder im Gitarrenkoffer dabei

Es lässt sich selten voraussehen, was der nächste Tag bringen wird. Natürlich wirst du zu Hause keinem großen Produzenten über den Weg laufen, doch was, wenn du durch Zufall (oder Schicksal) einer interessanten Person aus dem Musikgeschäft begegnest? Vielleicht traust du dich nicht sofort, diese Person in ein Gespräch zu verwickeln oder länger bei ihrem oder seinem Date zu stören. Aber wenn du ganz charmant hinüber gehst und sagst: „Entschuldigen Sie bitte, ich möchte nicht stören, aber ich würde mich riesig freuen, wenn Sie einmal in meine Demo-CD hinein hören würden“, dann hast du vielleicht die Chance, dass dieser Jemand sich deine CD wirklich einmal in einer ruhigen Minute oder auf der Autofahrt zum nächsten Termin anhört. Die wenigsten werden wohl so unhöflich sein und die CD ablehnen.

Oder du begegnest einfach jemandem im Alltag, der dir einen Auftritt oder ein Interview vermitteln kann – es muss ja nicht gleich der große Durchbruch sein. Also: immer eine Gesangsprobe dabei haben, denn man weiß nie, wen man an diesem Tag noch kennenlernen wird.